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FDA Betreuung: Eine Schule wird zur Massenunterkunft

Quelle: Goslarsche Zeitung (Frau Mühling)

Fotos: Teilnehmer

Bad Harzburg. Was im Ernstfall zu tun wäre, wenn in einer Notsituation viele Menschen eine Ersatzunterkunft brauchen und wie man in solch einer Unterkunft den Überblick behält, das lernten acht Teilnehmer aus den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel in einer Fachdienstausbildung „Betreuung“ des DRK.

So ein Ernstfall wäre zum Beispiel ein Hochwasser oder eine ähnliche Katastrophe, die es erfordert, viele Menschen gleichzeitig, Betroffene wie Helfer, unterzubringen und zu versorgen. Auch für Flüchtlinge wurden solche Notunterkünfte vom DRK eingerichtet. Zuletzt hatte der Kreisverband Goslar bei der Bombenevakuierung in Hannover Unterstützung bei der Errichtung einer Notunterkunft geleistet.

Realistisches Szenario

Betreuungsdienstausbilder Axel Müller vom Landesverband Niedersachsen leitete die Fachdienstausbildung der ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer am Wochenende. Sie haben zwei Tage lang in der Schule an der Deilich eine Unterkunft betrieben, in der im Notfall bis zu 100 Personen hätten unterkommen können. Die Ausbildung fand unter realistischen Bedingungen statt, zu der auch die ein oder andere ungeplante Situation gehörte. Unterstützung bekamen die Teilnehmer einerseits vom eigens alarmierten Bereitschaftsdienst des DRK Goslar und anderseits vom Technischen Hilfswerk (THW) des Ortsverbandes Goslar. Denn das Einrichten einer Unterkunft mit Registrierungsstelle, Schlafunterkünften, Besprechungsraum, Küche sei ein enormer Aufwand, für den man „Manpower“ brauche, so Ausbildungsleiter Müller. Mit so vielen Helfern ging der Aufbau der 100 Feldbetten glatt über die Bühne. 20 Statisten aus der THW-Jugend mimten am Samstag die Betroffenen und hielten die Teilnehmer beschäftigt. Einmal war ein Kind verschwunden, das Eintreffen des Gesundheitsamtes wurde nachgespielt, plötzlich brauchte jemand unverhofft Medikamente oder es wurden in kürzester Zeit weitere Betroffene erwartet. Solche und ähnliche Situationen können immer unvorbereitet auf die Unterkunftsleitung zukommen, erklärte Müller. Dann müssen die Verantwortlichen entsprechend schnell reagieren.

Auch der reguläre Betrieb der Unterkunft lief während der Übung geordnet ab. Jeder Bewohner, ob Einsatzhelfer oder Betroffener, wurde bei der ständig geöffneten Registrierungsstelle in eine Kartei eingetragen und erhielt verschiedene Durchschläge für den Suchdienst, den Essensbezug oder die Ausgabestellen für Kleider und Hygieneartikel. Wer wieder raus wollte, musste sich vorher abmelden. Belegungspläne im provisorischen Büro gaben Auskunft, wo sich welche Einsatzkraft in der Schule aufhielt. Piktogramme und Schilder in verschiedenen Sprachen sorgten für Orientierung im Gebäude. Ein Sanitätsraum wurde eingerichtet, Sanitäranlagen wurden erkundet, es wurde eingekauft, die Küche in Betrieb genommen. „Viel Logistik“ resümierte Timo Pischke, Lehrgangs-Teilnehmer und DRK-Pressesprecher des Kreisverbandes Goslar.

Eine Übernachtung

Nach der Übernachtung der acht Einsatzkräfte, die auch zur Ausbildung gehörte, wurden am Sonntag mithilfe des THW wieder alle Betten abgebaut und die Klassenräume ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben. Die Teilnehmer können nun als ausgebildete Betreuungsdienstfachleute des DRK im Notfall eine Unterkunft betreiben und weitere Helfer in den Betrieb einweisen.

28. Mai 2017 19:34 Uhr. Alter: 114 Tage